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Staatsmeisterschaft 2010 E-Mail
...fand am 4.-5.September 2010 in Oberpullendorf statt.

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 Gesamtwertung:

  1. Bernhard Flixeder
  2. Wolfgang Hirt
  3. Jürgen Pölzl
  4. Robert Piss
  5. Stefan Sporer

Erfolgsserie geht weiter -->

Bernhard gewinnt innerhalb einer Woche seinen ersten F3B-Eurotour Bewerb und wird Österreichischer Staatsmeister in der Klasse F3B.

 

--> weitere Bilder von g/b.flixeder

 

Die Durchführung von F3B- Bewerben ist angesichts des komplizierten Ablaufs bei den Vereinen aus der Mode gekommen, nachdem die Steirer auch in Admont keine Bewerbe mehr veranstalten, hat es sogar nicht mal mehr eine Staatsmeisterschaft gegeben. Heuer hat die Community- eigentlich Robert Piss- die Sache selbst in die Hand genommen. Manfred Lex hat sich als Wettbewerbsleiter und seinen Heimatflugplatz in Oberpullendorf zur Verfügung gestellt, um die Stm quasi in Eigenregie der Aktiven abzuwickeln.

Die Wetterprognose war für das erste Septemberwochenende gar nicht so schlecht, ist aber immer mehr zurückgenommen worden. Kein Problem, im Mittelburgenland herrscht meist überdurchschnittlich gutes  Wetter. Beim Aufbau am Freitag sieht es noch ganz gut aus, am Samstag früh schon lange Gesichter, es ist knapp am Regnen. Nach der Pilotenbesprechung ist die erste Aufgabe: Windenumbau! (In Opu ist leider auch kein Platz für Seilaufbau in beide Richtungen). Das kostet eine Stunde und einige Nerven. Der Startplatz im Bohnenacker ist auch kein Luxus. Die erste richtige Aufgabe ist die übliche Zeitfluggeschichte. Es stehen 16 Starter auf der Liste, praktisch alles routinierte, international tätige Piloten. Winden sind auch genug da, es gibt vier Vierergruppen. Das läuft ohne Probleme (zumindest in organisatorischer Hinsicht). Fliegerisch kämpft die erste Gruppe ordentlich mit dem zähen Wetter, trotz sehr schöner Starthöhen. Dann wird’s etwas besser. Die Geschichte ist in 45 Minuten erledigt. Dann Streckenflug. Die ersten zwei Gruppen werden zur Einschulung der Wendemarkenrichter verbraucht, dann geht’s recht flott. Der Verfasser lernt dabei erstmals die Sache aus der Sicht der Huper kennen, eine Erfahrung, die jeder Pilot einmal machen soll. Die Anlage ist die einfache, aber zuverlässige alte aus der Markgrafneusiedl-Ära. Einfach, aber sicher ist die Devise, Robert Piss hat es dazu sogar noch geschafft, mehr als genug Helfer aus Familie und Bekannschaft aufzutreiben- fürs ganze Wochenende- wie macht der das nur? (Die auch ins Auge gefasste elegantere Anlage aus Mollram scheitert an der leeren Displaybatterie- Sachen gibt’s!) Die Leistungen pendeln um die 20 Strecken mit Spitzenwerten gegen 23- gute Höheneinteilung und fehlerfreies Abgleiten sind gefragt). Die vier Gruppen werden sieben mit den Wiederholungen, dann ist aber Mittagspause von einer halben Stunde. Die Kantine wird vom Verein in Opu organisiert, wie gewohnt hervorragend. Dann kommt die Aufgabe, die F3B so interessant macht, nämlich Speed. Die routinierten Piloten halten den Ablauf flüssig, viel Taktik erlaubt die reduzierte Rahmenzeit von 3 min auch nicht. Nur das Team von Robert wird von Seilrissen gequält. Dann geht es gleich weiter- dasselbe nochmals! Also Speed, 2. Dg, in vorbereiteter Reihenfolge, also noch nicht nach inversem Zwischenergebnis. Die Höhen und Zeiten sind durchwegs exzellent, 15er häufig. Die Tausender machen im ersten Dg Bernhard Flixeder und im zweiten Helmut Gronau. Weiter mit Zeitflug.

Bei leichtem Rückenwind am Start und geringer thermischer Entwicklung gar nicht so leicht. Wer weit weg fliegen kann, ist da im Vorteil, es gibt wenig Differenzierung im Ergebnis. Die weiche Pullendorfer Piste erlaubt ausserdem präzise Stecklandungen. Dann kommt der  noch fehlende Streckenflug. Da erleichtern die gleichmässigen Bedingungen die Taktik, die Punkteabgaben beschränken sich meist auf eine Strecke bei allerdings maximal 19 Stück für den Tausender. Es ist inzwischen 18.30 und anhaltend leicht regnerisch, trotzdem wird nochmals Streckenflug begonnen. Die Sicht ist inzwischen schlecht und es fängt auch wieder zu regnen an. Bei aufkommendem Dauerregen kann man noch in der Klubhütte gemütlich bei Schweinsbraten den Tag ausklingen lassen. Zusammengefasst: Zwei Durchgänge komplett, für morgen bessere Wetteraussichten.

Am Sonntag früh dann herrliches Spätsommerwetter mit blauem Himmel, frischem Westwind und noch frischeren 10 Grad. Die erste Aufgabe ist- Windenumbau. Wenigstens herrscht keine Unklarheit über die Windrichtung, West mit gegen 5-8 m/s. Um 9.10 beginnt der eigentliche Bewerb mit Zeitflug 3. Die noch frühe Tageszeit bietet kaum Thermik, Abgleiten  über dem nahen Hügel hilft auch nicht immer. So kommt es zu krassen Punkteverlusten. Die Bedingungen werden kontinuierlich besser, ab der dritten Gruppe werden die Tausender mit vollen Zeiten erflogen. Die Höhen bei dem Gegenwind sind enorm, allerdings auch die Zahl der Seilrisse. Die Aufgabe dauert mit den vier Gruppen und den notwendigen Seilwechselpausen and die Dreiviertelstunde. Dann kommt Streckenflug Dg 3. Die Seilrisse werden kaum weniger, angesichts der fett ballastierten Flieger kein Wunder. Die erzielten Strecken sind fabelhaft, gleich die erste Gruppe macht 26 als Tausender, nur eine Gruppe bleibt unter 20. In der dritten Gruppe bauen Gerhard Flixeder und Wolfgang Hirt einen Frontalcrash „Wing to Wing“ in Bodennähe. Beide können noch sicher landen. Die Flächen sind beide sauber durchtrennt, so können wir den Innenaufbau eines SHOOTERs und eines CYRILs bestaunen. Wolfgang hat nur den einen Flieger und der wird sofort mit Teamhilfe geflickt, zumal das fehlende Teil gefunden wurde. Gerhard wechselt zum Refly auf das Ersatzmodell. Es kommt zu einem denkwürdigen Rennen zwischen Bernhard Flixeder, der auf Grund eines Signalfehlers nochmals fliegen darf/muss, seinem Vater Gerhard und Wolfgang Hirt. Man kann nun eine taktische Meisterleistung bewundern: Wolfgang Hirt startet als Erster, hat im Süden sehr gutes Wetter und heizt 27 Strecken, die beiden Flixeder`s gehen in den selben Bereich nach, fliegen parallel etwas sparsamer, haben aber zum Schluss bestes Wetter. Bernhard packt den 30er, Papa ist bei der ebenfalls 30er- Wende aber schon über der Zeit!

Speed 3 wird gleich angehängt, es gibt keinerlei Wetterproblem. Bei den verbliebenen 15 Piloten (Fritz Leeb hat sich seinen Eigenbau „NEW SICKLE“ im Streckenflug bei einer Aussenlandung beschädigt) dauert der trotz einiger Nachstarts nur eine knappe halbe Stunde. Den Tausender macht Wolfgang Hirt, der mit dem geflickten Flieger die einzige Zeit unter 15 sec des ganzen Bewerbs erzielt. Schlimm erwischt es dagegen Patrick Piss, der nach Nachstart und Seilriss den Flieger beim Landen für den letzten Versuch beschädigt und einen Nuller kassiert, noch schlimmer Herbert Bachler, der für die einzige Sicherheitslinienberührung gleich den neuerdings verhängten Strafpunkte-Tausender kassiert. Das ergibt in der Wertung Minuspunkte, also noch schlimmer als schlimm. Da es bei F3B ja keine Streichresultate (jedenfalls nicht im realistischen Durchgangszahlenbereich) gibt, ist das praktisch das Ende der Träume. Inzwischen ist es 12.20 und es folgt entspannt die Mittagspause.

Um 13 h wird mit Strecke 4 weitergemacht. Die Bedingungen sind inzwischen sehr unterschiedlich und stark thermisch, die meisten Strecken fliegt Wolfgang Hirt mit dem reparierten Modell mit 28 Strecken, den Tausender im stärktsten Saufer macht Peter Hoffmann mit 13 Stück. Bernhard Flixeder gewinnt seine Gruppe mit 20 Strecken und führt damit deutlich in der Gesamtwertung vor dem abschliessenden Speed! Es folgt noch ein Protest wegen angeblich nicht gezählter Strecken, doch angesichts der mageren Beweislage wird er abgelehnt und nach einer kurzen Auswerte-, Beruhigungs- und Kaffeepause wird um 15 h mit der letzten Aufgabe, Speedflug des vierten Durchgangs in umgekehrter Reihenflolge der Zwischenwertung, begonnen. Die Starthöhen und auch die Speedzeiten sind angesichts der turbulenten Luft ganz exzellent. Herbert Bachler beginnt die Show aus aussichtsloser Position mit einem endlich gelungenen Flug entspannt mit einer 15er. Es gibt nur zwei Zeiten über 17 sec, mir einer 16er ist man in der hinteren Hälfte! Die Spannung steigt, Robert Piss und Wolfgang Hirt (der mit dem geflickten Flügel) können sich durch Flüge von 15,38 resp. 15,53 noch verbessern. Der Zweitplazierte Jürgen Pölzl bleibt mit 16.15 ein wenig unter den Erwartungen und muss Wolfgang vorbeilassen. Als Führender und Letzter steht Bernhard Flixeder am Start, der Start ist optimal und die Höhe phantastisch  (sicher über 300 m) und er fliegt mit einem knackigen Flug mit 15,22 die zweitschnellste Zeit!

Bernhard (13 Jahre!) wird damit Staatsmeister 2010 in der Klasse F3B und damit jüngster Staatsmeister in dieser Klasse überhaupt!

Bernhard fliegt überhaupt unglaublich cool und nervenstark, vor allem die trocken und präzise geflogenen Speeds sind beeindruckend. Die phantastischen Erfolge bisher (Bernhard hat erst voriges Wochenende den Contestbewerb in Berlin mit 47 Teilnehmern gewonnen, davor kontinuierlich Spitzenplätze belegt) ist sicher auch dem idealen Management von Gerhard sowie der perfekten Ansage von Jürgen Pölzl zu verdanken. Gerhards Leistung ist es dabei, dem Junior fast alle Entscheidungen selbst treffen zu lassen und ihm beim Fliegen überhaupt nichts dreinzureden. So gesehen ist der Meistertitel für Bernhard gar nicht so überraschend, für die Zukunft kann man ihm nur alles Gute und weiterhin viel Erfolg und der F3B- Gemeinde mehr solchen Nachwuchs wünschen.

 

Herbert Deibl, 08.09.2010

 

 

 


 

 
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